Vortrag Hepatitis

Neue Therapieoptionen der Hepatitis C

Vortrag

“Neue Therapieoptionen in der Hepatitis C Behandlung”

Wann: 23. Mai 2018, 18:30-21:00

Wo: Teampraxis Breitenecker, Otto-Bauer-Gasse 15/10, 1060 Wien

Vortragender: Doz. Dr. Alexander Zoufaly

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PreP – die Pille davor gegen HIV

Unter HIV PreP (Präexpositionsprophylaxe) versteht man die vorsorgliche Einnahme von bestimmten HIV Medikamenten um das Risiko einer HIV Infektion erheblich zu reduzieren. Seit August 2016 ist Truvada innerhalb der EU zur HIV PreP zugelassen. Truvada wird seit vielen Jahren als fixes Standbein in der HIV Therapie verwendet. Die Wirkstoffkombination von Truvada (Tenofovirdisoproxil und Emtricitabin) ist gut verträglich und verhindert effektiv die Virusvermehrung, im Falle einer Präexpositionsprophylaxe  wird verhindert, daß HIV die Zielzellen infiziert.

Für wen wird die PreP empfohlen?

Empfehlenswert ist sie für Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko, wie zum Beispiel Männer die ohne Kondom Sex mit Männern haben, aber auch als zusätzlicher Schutz für HIV negative PartnerInnen einer serodiskordanten Beziehung (Ein Partner ist HIV positiv, der andere HIV negativ.).

Wie wird die PreP eingenommen?

In der Praxis werden 2 Einnahmemöglichkeiten unterschieden:
1. Die tägliche PreP als dauerhafte medizinische Präventionsmaßnahme, bei der täglich 1 Tablette eingenommen wird.
2. Die anlassbezogene PreP für Menschen die eher selten einem hohen HIV Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Voraussetzung ist hier jedoch, dass man relativ genau wissen sollte, wann man Sex haben wird. Die Einnahme der Tablette erfolgt in diesem Fall einige Tage vor dem Risikokontakt sowie einige Tage danach.

Für beide Einnahmemöglichkeiten ist allerdings eine konsequente Tabletteneinnahme erforderlich. Wird die Präexpositionsprophylaxe nicht diszipliniert eingenommen, kann dies einerseits zu einer drastischen Wirkungsreduktion führen sowie andererseits zur Bildung von Resistenzen gegen die PreP Medikation.

Welche Untersuchungen sind notwendig?

Laboruntersuchungen sind notwendig um mögliche Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen.  Zudem sind regelmäßige HIV Tests sowie Untersuchungen auf andere sexuell übertragbare Erkrankungen, die durch eine HIV Präexpositionsprophylaxe nicht verhindert werden können, wichtige Voraussetzungen für eine sichere Anwendung dieses neuartigen effektiven Schutzkonzeptes.

 

Da die Krankenkassen die Kosten für die Präexpositionsprophylaxe  nicht übernehmen, muss sie privat bezahlt werden. Mittlerweile ist der Patentschutz für Truvada jedoch abgelaufen, sodass auch wesentlich günstigere Generika nun erhältlich sind. Unsere Kooperationspartnerin, die Marienapotheke im Haus, bietet seit Jahresbeginn eine besonders preisgünstige Monatspackung um 59€ zur Verschreibung durch einen HIV Spezialisten an.

Wir beraten wir Sie gerne und führen bei uns alle, für eine sichere Anwendung der PreP, notwendigen Tests in der Praxis durch. Mit unserem Rezept können Sie die preisreduzierte PreP der Marienapotheke beziehen.

Zikavirus auf dem Vormarsch

Seit 2015 breitet sich das Zikavirus, das bisher vor allem im pazifischen Raum, wie etwa Französisch Polynesien, beobachtet wurde, besonders stark in Mittel- und Südamerika aus. Das vor allem durch Mücken aber auch sexuell übertragene Virus verläuft in etwa 80% der Fälle unbemerkt. Symptome können Hautausschlag, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen, Bindehautentzündung und manchmal Fieber sein. Meist sind sie mild ausgeprägt. Eher selten kommt es zu schwerwiegenderen Komplikationen wie dem Guillain-Barré-Syndrom, einer neurologische Erkrankung, die mit (vorübergehenden) Lähmungserscheinungen einhergeht. Da das Zikasvirus bei Kindern im Mutterleib schwere Hirnfehlbildungen verursachen kann, die geistige Behinderung und andere schwerwiegende neurologische Störungen zur Folge habe können, wird Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch ausdrücklich vom Besuch von Ländern, die von einer Zikavirusepidemie betroffen sind, v.a. Brasilien und Französisch-Polynesien, abgeraten. Um sexuelle Übertragungen zu verhindern, empfiehlt die WHO generell allen Reisenden, die aus einem Zikavirus-Ausbruchsgebiet zurückkehren, für die Dauer von mindestens sechs Monaten “Safer Sex” zu praktizieren (v.a. Kondome). Während und nach der Reise empfiehlt es sich auf sicheren Empfängnisschutz zu achten sowie zusätzlich Kondome zu verwenden. Da es derzeit noch keinen Impfstoff gegen das Zikavirus gibt, sollten Reisende in die betroffenen Gebiete lange helle Kleidung tragen, auf Insektengitter an Fenstern achten, unter Moskitonetzen schlafen sowie Insektenschutzmittel anwenden. Das Übertragungsrisiko kann sowohl regional als auch saisonal erheblich variieren.

Vom Zikavirus betroffene Gebiete sind: Barbados, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Französisch-Guyana, Guatemala, Guadeloupe, Guyana, Haiti, Honduras, Martinique, Mexiko, Panama, Paraguay, Puerto Rico, Belize, Saint Lucia, Saint Martin, Surinam, Venezuela wie auch die Südseeregion (Fidschi, Tonga) (Quelle: www.rki.de)

Eine detaillierte Risikoanalyse bzw. Abklärung einer möglichen Zikavirusinfektion bei Paaren mit Kinderwunsch erhalten Sie bei uns.